Jugendarbeit

Wichtig oder nur für kurze Zeit

Egal ob Trainer, Reitlehrer, Bereiter oder sonstige „Götter im Sattel“ , irgendwo werden auch diese mal die 1.Reitstd. hinter sich gebracht haben. Warteten da Eltern mit einem Prachtstück von Pferd hinter der Hallentür? Oder der Millionenscheck vom Onkel auf der Ofenbank? Wie finanzierte sich ein Beerbaum oder ein Withaker die Kunst des Reitens?

Wird es einigen in den Schoss gelegt? Diese Fragen kann ich leider nicht beantworten. Fakt ist allerdings das auch diese begabten und erfolgreichen Reiter einmal im Alter zwischen 8 und 16 waren und bestimmt auch die pubertierende Phase auf den Reiterhof oder mit Gleichgesinnten auszutragen hatten.

Ist es so das sich Kinder die reitbegeistert sind weniger für das andere Geschlecht interessieren und keine Augen für Discotheken haben? Im allgemeinen ist es so, dass die Kiddie´s einen Hauch mehr von Verantwortungsbewusstsein tragen als manch andere. Schließlich ist ja ein Pferd kein Fahrrad.

Dennoch ist die Frage natürlich nicht beantwortet. Ich selber führe einen Reithof mit vielen Jungendlichen, die mir mehr als einmal auf den Senkel drücken und mit denen ich aber mehr als genug Freude habe. Ich kann auch nicht behaupten, dass es bei ihren Gesprächen nicht um Jungs geht, aber im Vordergrund steht das eigene oder auch Pflegepferd.

Sind diese Kinder mit 14 bis 16 zu spät in Ihrer Entwicklung!?

Um hierzu eine Antwort zu finden müsste man ein Psychologe sein. Da ich das nicht bin, sollte mir wohl der gesunde Menschenverstand sagen, dass sich diese verspätete Entwicklung nur auf einen anderen Unterbewusstseinpunkt der Kiddies ausprägt. Die Jugendarbeit führt allemal dazu einen Menschen in allen Bereichen zu fördern, wo er gefördert werden will.

Und dies ist nämlich der springende Punkt. Es wird kein Kind in der Schule gezwungen den Hauswirtschaftsunterricht zu besuchen, aber es ist Pflicht. Und damit will ich sagen: dass diese Pflichten die im Schwerpunkt Reiten oder Umgang und Pflege anfallen, nicht die Pflicht des Lehrers ist das Kind dazu zu überreden, sondern die Selbstentwicklung des Verantwortungsbewusstsein wird somit in Vordergrund treten.

Aber das Kind wird nicht von der Schule nach Hause kommen und den Ofen anschmeißen. Also haben es wir Reitlehrer oder Ausbilder doch etwas einfacher als so ein Schullehrer. Sollte dennoch der Jugendliche in der Diskothek abhängen und nicht auf dem Reithof, dann ist es Gott sei Dank nicht die Pflicht des Lehrers den Jugendlichen herbeizuschleifen. Also kann nur gesagt werden, die Jugendarbeit lohnt sich allemal, wenn der Dank und der Fleiß des Kindes/Jugendlichen nicht untergehen und vor allem täglich in Anschein kommen.